Ruinen einer Siedlung aus der frühen Eisenzeit in der Nähe von Senftenberg, Brandenburg, Deutschland.
Der Burgwall von Senftenberg war eine Siedlung der frühen Eisenzeit in Senftenberg, Brandenburg, Deutschland. Bei Ausgrabungen in den 1930er Jahren kamen Artefakte der Billendorfer Kultur zum Vorschein. Die Fundstelle wurde schließlich durch den Braunkohleabbau zerstört. Sie verfügte über eine hölzerne und aus Erde errichtete Befestigung und beherbergte etwa 650 Einwohner.
Die Burgwall von Senftenberg war eine Siedlung der frühen Eisenzeit in der heutigen Stadt Senftenberg im Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg, Deutschland. Sie lag im Tiefland der Schwarze Elster und der Sornoer Elster und war vor Beginn der archäologischen Ausgrabungen als „Altes Schloss“ bekannt. Man hielt sie für den Unterschlupf eines Raubritters oder für einen von der „Mittagsfrau“ heimgesuchten Ort. Erste Untersuchungen durch Ernst Friedel im Jahr 1887 ergaben, dass die Fundstätte vor der slawischen Besiedlung entstanden war, wobei die Artefakte vor-slawische Gestaltung aufwiesen. Der Ort war 1927 durch die Erweiterung des Braunkohletagebaus Sedlitz bedroht, was 1931 und 1932 unter Leitung von Alfred Götze zu Ausgrabungen führte. Dabei kamen über 1.000 Holzpfosten, Keramik und eine Bronzegussform zutage, die der Billendorfer Kultur zugeschrieben werden. Die Siedlung war kreisförmig mit einem Durchmesser von 150 Metern und beherbergte etwa 650 Menschen. Sie verfügte über eine Holz-Erde-Mauer zum Schutz vor Überschwemmungen und Angriffen. Die Gemeinschaft betrieb Landwirtschaft, Tierhaltung, Töpferei und Bronzeverarbeitung. Nach einem Großbrand wurde der Ort mit einer vereinfachten Toranlage wieder aufgebaut. Die Siedlung wurde schließlich aufgegeben, ohne dass es zu einer späteren slawischen Wiederbesiedlung kam. Der Ort wurde 1932 durch Bergbauaktivitäten verwüstet.