Slawische Befestigungsruinen, durch den Bergbau in der Nähe von Calau, Deutschland, zerstört.
Tornow Gord, auch bekannt als Slawenburg Tornow, war eine slawische Befestigungsanlage in der Niederlausitz, Deutschland. Sie wurde im späten 9. Jahrhundert errichtet und während des Liutizenaufstands von 983 durch Feuer zerstört. Der Ort wurde zwischen den 1960er- und 1980er-Jahren durch den Braunkohletagebau vollständig beseitigt.
Tornow Gord, auch bekannt als Slawenburg Tornow, war eine slawische Befestigung in der Region Niederlausitz, nahe dem Dorf Tornow, das heute zu Calau in Brandenburg, Deutschland, gehört. Diese ringförmige Befestigung wurde ursprünglich im späten 9. Jahrhundert errichtet, obwohl frühere Theorien annahmen, dass sie bereits im 7. Jahrhundert gebaut worden sein könnte. Die Anlage lag auf einer flachen, sumpfigen Halbinsel und war dadurch natürlich gut verteidigbar, besonders während der feuchten Jahreszeiten, wenn die Umgebung unpassierbar war. Die Befestigung diente als Zufluchtsort und war Teil einer größeren Siedlung, die bis ins Hochmittelalter bestand. Die Burg wurde durch ein Feuer zerstört, wahrscheinlich während des Liutizenaufstands im Jahr 983, und danach nicht wieder aufgebaut. Ausgrabungen ergaben, dass die Befestigung mit einem einzigartigen Holzgerüst errichtet wurde, das mit Erde gefüllt und mit einer schützenden Lehmbeschichtung versehen war, um Wetterschäden zu verhindern. Zur Anlage gehörten ein wassergefüllter Graben und ein tunnelartiger Eingang. Die zugehörige Siedlung, bekannt als Tornow A, beherbergte rund 300 Menschen und verfügte über einen zentralen Innenhof mit einem Brunnen und einer Getreidemühle. Der gesamte Ort wurde schließlich durch Braunkohletagebau zwischen den 1960er- und 1980er-Jahren zerstört, wodurch seine physische Präsenz aus der Landschaft verschwand.