Mittelalterliche Motte-Burgruine bei Vehlefanz, Brandenburg, Deutschland.
Botscheberg, auch bekannt als Bosselberg, ist eine mittelalterliche Motte auf dem westlichen Rand von Vehlefanz in Brandenburg, Deutschland. Sie stammt aus dem 10. Jahrhundert und zeichnet sich durch einen markanten kegelförmigen Hügel aus; ursprünglich war sie von einem Graben umgeben, und archäologische Funde weisen auf slawische und frühdeutsche Einflüsse hin.
Botscheberg, auch bekannt als Bosselberg, ist eine mittelalterliche Motte (eine Art Turmhügelburg) am westlichen Rand von Vehlefanz, einem Ortsteil der Gemeinde Oberkrämer im Landkreis Oberhavel in Brandenburg, Deutschland. Dieser künstliche kegelförmige Hügel mit einem Durchmesser von etwa 30 Metern an der Spitze liegt in einer kleinen sumpfigen Niederung im zentralen Teil des Ländchen Glien. Form und Größe der Burg lassen vermuten, dass sie im 10. Jahrhundert erbaut wurde, vermutlich im Zusammenhang mit der ersten Ostexpansion um 930. Ursprünglich war der Hügel von einem Graben umgeben und besaß auf der Nordostseite eine Vorburg, die inzwischen verschwunden ist. Archäologische Funde umfassen slawische und frühdeutsche (12. Jahrhundert) Tonscherben sowie Natursteine mit Resten von Kalkmörtel, was auf ein früheres Steingebäude mit Holzfachwerk hinweist. Der Zweck dieser Motte bleibt umstritten, doch ihre Lage liegt genau zwischen den ehemaligen slawischen Burgen Tietzow und Bötzow (heute Oranienburg), die jeweils einen Tagesmarsch von 25 km voneinander entfernt waren. Diese strategische Position könnte den Namen Botscheberg erklären, da man vom Turm aus die Burg Bötzow sehen konnte. Im 11. Jahrhundert setzte die slawische Nutzung erneut ein, bevor der Hügel im 12. oder 13. Jahrhundert in die Burg Vehlefanz eingegliedert wurde.