Rekonstruierte slawische Festung und Museum bei Raddusch, Brandenburg, Deutschland.
Slawenburg Raddusch ist eine rekonstruierte slawische Festung bei Raddusch in Vetschau, Brandenburg, Deutschland. Ursprünglich wurde sie im 9. Jahrhundert vom lusitischen Stamm erbaut und diente in Gefahrensituationen als Zufluchtsort. Heute ist sie ein Museum und zeigt slawische Architektur und Geschichte mit Ausstellungen zur Archäologie der Niederlausitz.
Die Slawenburg Raddusch ist eine rekonstruierte slawische Festung in der Nähe des Dorfes Raddusch in Vetschau/Spreewald, Brandenburg, Deutschland. Ursprünglich wurde sie vom lusitischen Stamm um das 9. Jahrhundert errichtet und diente den örtlichen Bewohnern in Zeiten der Gefahr als Zuflucht. Die Festung wurde aus Eichenstämmen gebaut, wobei die Wände zur Verstärkung mit Sand und Lehm gefüllt und von einem Wassergraben umgeben waren. Sie verfügte über zwei Tore und verschiedene Holzgebäude, darunter einen Brunnen. Im Laufe der Zeit verfiel und erodierte die ursprüngliche Struktur, doch Überreste wurden in den 1980er Jahren bei Braunkohleabbauarbeiten wiederentdeckt. Archäologische Ausgrabungen zwischen 1984 und 1990 legten Artefakte frei, darunter eine hölzerne Statue, die etwa 1100 Jahre alt ist. Nach dem Fall der DDR rekonstruierte das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie den Ort mit Mitteln aus früheren Bergbauaktivitäten. Die heutige, 2001 fertiggestellte Anlage dient als Museum, das der slawischen Architektur und Geschichte gewidmet ist, und zeigt Ausstellungen zur Archäologie der Niederlausitz aus den vergangenen 12.000 Jahren. Sie umfasst einen Konferenzraum und ein Restaurant und bietet Führungen sowie Bildungsprogramme an. Die Slawenburg Raddusch ist ein bedeutender Ort des kulturellen Erbes und bewahrt die Geschichte der frühen slawischen Zivilisation in Deutschland.